Kapitel 21 – Nachtjogger

Melanie Veit, Hiddensee, 7. Februar

Melanie fuhr auf. An der Tür klopfte jemand energisch. Gleichzeitig wimmerte ihr Handy. Sie schaute auf die Uhr – zehn nach sieben. Sind hier alle verrückt geworden oder was sollte dieser Terror mitten in der Nacht? Sie hatte noch eine dreiviertel Stunde bis zum Termin. Ihr reichte das völlig. Sie nahm das Telefon ab und zog sich einen Bademantel über, um die Tür zu öffnen. Papa war am Telefon.
„Sie haben aber einen tiefen Schlaf! Ich versuch schon eine ganze Weile, sie wachzuklingeln. Vor der Tür steht übrigens Bade. Wir haben ein Problem. Es gibt einen weiteren Toten. Diesmal in der Dünenheide. Bade wird Sie herbringen. Ach so, habe ich vergessen zu sagen: Es ist Reesch.“
Melanie machte geistesabwesend die Tür auf. Bade stand ungeduldig davor. „Eine Minute“, sagte sie und schloss die Tür wieder. Sie warf sich etwas Wasser ins Gesicht und putzte, während sie sich anzog, die Zähne. Dann zog sie eine Mütze über das ungekämmte Haar und trat vor die Tür.

Bade hatte geistesgegenwärtig an der Rezeption um eine Thermoskanne Kaffee gebeten. Er goss einen Becher für Melanie ein. Dann versorgte er sie mit den bislang bekannten Fakten.
Der Tote wurde circa sechs Uhr dreißig von einem Jogger gefunden, der mit seinem Hund unterwegs war. Er hatte in der Station angerufen, worauf das Gespräch an Bade weitergeleitet wurde. Bade hatte dann Papa informiert und ein paar Minuten später waren sie am Fundort. Dann war Bade wieder los, um Treder und Melanie einzusammeln. Der Doktor war mit seinem eigenen Wagen zum Fundort gekommen. Parallel wurde die Spurensicherung verständigt. Die würde gleich mit dem Hubschrauber kommen. Auffällig war, dass der Fundort keine fünf Fußminuten vom ersten Tatort entfernt war.
„Wie kann man in stockdunkler Nacht um sechs durch die Heide joggen?“, fragte Melanie Bade.
„Na ja, wie Ihnen vielleicht aufgefallen ist, haben wir klaren Himmel, beinahe Vollmond und viel weißen Schnee. Zu der Zeit stand der Mond noch ziemlich hoch. Außerdem hatte der Mann eine Stirnlampe auf dem Kopf. Sooo dunkel war das gar nicht.“
Erst nach dieser Bemerkung fiel Melanie auf, dass das schlechte Wetter aufgegeben hatte. Ihnen stand ein schöner Sonnenaufgang in der Heide bevor. Mit etwas Glück würde der ganze Tag in strahlendes Sonnenlicht getaucht sein.

Mit dem Mord an Reesch wurde ihre Chinesentheorie deutlich schwächer. Beim Verhör in Rostock war sie sich hundertprozentig sicher gewesen, dem Mörder gegenüberzusitzen. Ja, sie hatte sich schon manches Mal geirrt. Das kam immer wieder vor. Doch in jenen Fällen war sie sich niemals so sicher. Es musste zwei Täter geben. Sie hoffte inständig, dass die Todesursache eine andere gewesen war.
Papa hatte den Fundort mit Flatterband abgesperrt. Gerade war er dabei, den Pavillon über der Leiche aufzustellen. Nach Sonnenaufgang mussten sie mit Schaulustigen rechnen. Das Wetter würde die Leute magisch in die Heide locken. Treder hatte ohne Aufforderung damit begonnen, die Umgebung nach Spuren abzusuchen. Dr. Neumann hockte bereits neben der Leiche und machte seine Untersuchungen. Melanie ging zu ihm, nachdem sie Papa begrüßt hatte und ihm die Thermoskanne übergab.
„Guten Morgen Doc. Danke, dass Sie so schnell zur Stelle waren. Haben Sie schon was für mich?“
„Moin. Der Mann ist keine drei Stunden tot. Mutmaßlicher Todeszeitpunkt ist zwischen vier Uhr dreißig und fünf Uhr dreißig. Die Totenstarre hat temperaturbedingt noch nicht eingesetzt. Todesursache scheint mir die gleiche wie beim letzten Mal zu sein. Doch ich wiederhole mich jetzt mal. Ich bin Inselarzt und kein Rechtsmediziner. Sie sollten deren Einschätzung abwarten.“
„Die gleiche Todesursache?“ Melanie sah ihre Felle davonschwimmen. „Bitte schauen Sie sich mal genau die Kopfhaut an, ob Sie dort was Ungewöhnliches entdecken.“
Der Arzt schaute sie interessiert an. Da sie nichts hinzufügte, machte er sich an die Arbeit und untersuchte mit einem Kamm die Kopfhaut.
„Sie haben recht, da ist was. So was habe ich noch nie gesehen. Das ist wirklich kurios. Woher wussten Sie …?“
Melanie winkte ab. „Fragen Sie nicht.“

Auch noch die gleiche Tatwaffe. Cheungs Anwalt wird ihren Verdacht zerpflücken und ihn aus dem Gefängnis holen. Devisenschmuggel und Waffenbesitz klangen gut, aber im konkreten Fall würden dem Richter keine anderen Optionen bleiben. Die paar Euro und das Pfefferspray nebst Schlagring rechtfertigte keine Untersuchungshaft. Ihr rannte die Zeit davon. In der Ferne hörte die das Wummern eines Hubschraubers. Sowie die Spusi am Tatort auftauchte, würde sie mit Treder ins Onkel Hendricks fahren und die Wohnung nebst Kneipe genau untersuchen. Außerdem musste sie eine Todesnachricht überbringen. Sie schickte Bade los, die Leute vom Landeplatz abzuholen, der sich direkt gegenüber der Station befand. Er würde mehrmals fahren müssen. Nachdem Bade die erste Fuhre Spurensicherer abgeladen hatte, fuhr sie mit zur Station. Dann fuhr Bade die letzten drei Kollegen zum Fundort. Treder übernahm dort den Wagen und holte Melanie von der Station ab. Gemeinsam fuhren sie nach Kloster ins Onkel Hendricks. Bade hatte ihnen bestätigt, dass die Reeschs im gleichen Haus wohnten.
„Hallo, Frau Reesch“, begann Melanie.
„Hallo? Ihr Kollege sagte doch gestern, wir sollen um acht Uhr zu Ihnen kommen. Ich wollte gerade los. Ich kann meinen Mann nicht finden. Wahrscheinlich ist er schon los. Was gibt es? Reden Sie doch!“ Die Frau spürte offensichtlich, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war.
„Frau Reesch, wir haben eine traurige Nachricht. Können wir bitte reinkommen?“, unterbrach Treder die Reesch. Dann übermittelte er die traurige Nachricht.
Die Frau sackte in sich zusammen und nahm die beiden kaum noch wahr. Melanie wollte dennoch versuchen, so viel wie möglich über die letzten Stunden von Arnim Reesch in Erfahrung zu bringen. Sie taste sich langsam vor.

„Soll ich Ihnen einen Tee oder Kaffee machen?“, fragte Melanie.
„Einen Tee, bitte mit Milch und Zucker.“
Melanie ging in die Küche und nach ein wenig Suchen, fand sie, was sie brauchte. Sie goss sich ebenfalls einen Tee ein. Der Kandis knackte in dem Glas. Sie setzte sich der Frau gegenüber.
„Frau Reesch, trinken Sie. Ich werde Ihnen jetzt ein paar Fragen stellen. Vielleicht können Sie uns damit helfen, den Mörder ihres Mannes so schnell wie möglich zu finden.“
Sie schaute die Frau an, war sich aber nicht sicher, ob die Melanie überhaupt gehört hatte.
„Warum haben Sie die Abwesenheit ihres Mannes nicht bemerkt?“
„Er schnarcht und kommt oft spät aus der Wirtschaft nach oben. Da erschienen uns getrennte Schlafzimmer angebracht.“
„Mein Kollege hat Ihnen gestern die Vorladung zugestellt. Hat Ihr Mann irgendwas dazu gesagt oder etwas unternommen?“
„Ich weiß nicht. Er sagte, dass er das Problem lösen werde. Aber er hat nicht gesagt, um was es überhaupt geht.“
„Okay, das kann ich Ihnen erklären. Der ermordete Reginald Thomas hat ihren Mann mehrfach aus England angerufen – über eine lange Zeit. Uns gegenüber hat er jedoch den Eindruck zu erwecken versucht, dass er mit den Thomas‘ noch nie was zu tun hatte. Wissen Sie etwas über die Thomas‘?“
„Nein, gar nichts. Ich war an dem Abend, als die beiden hier waren, nicht in der Schankstube. Ich war bei einer Freundin in Grieben und kam erst zurück, als schon zugesperrt war.“
„Die Thomas‘ sind bekannt für ihr Interesse an chinesischer Kunst. Sehen Sie da eine Verbindung zu Ihrer Familie?“
Diesmal blinzelte die Frau, schob ihr Haar zurück und fasste sich ans Ohr. Melanie erkannte, dass sie verzweifelt nach einer anderen Antwort, als der Wahrheit suchte. Manche Menschen konnten lügen, ohne dass ihnen jemand etwas anmerkte. Die waren in der Lage, selbst ihre sonst verräterische Körpersprache zu überschreiben. Andere wiederum waren so schlecht im Lügen, dass man nicht mal ein Handbuch dazu gelesen haben musste, um die Lüge zu erkennen. Körpersprache und Duktus verrieten sie schon ab der ersten Silbe. Cornelia Reesch log.
„Nein“, antwortete sie zögerlich und mit gesenktem Blick, „wir hatten nie was mit chinesischer Kunst zu tun.“
Melanie beschloss, sie nicht aus den Fingern zu lassen.
„Als die beiden Engländer hier waren, da haben sie sich für chinesische Sammelteller, die in ihrem Gastraum aufgestellt sind, interessiert. Haben Sie noch mehr davon?“
„Können Sie mich nicht einfach in Ruhe lassen? Ich brauche etwas Zeit für mich. Bitte gehen Sie!“
Von ihr würde Melanie heute nichts mehr erfahren.

„Na gut, belassen wir es dabei. Für den Moment. Bitte zeigen Sie uns noch das Zimmer ihres Mannes.
Sie untersuchten oberflächlich den Raum und nahmen anschließend den Laptop des Mannes und ein paar Unterlagen mit zum Auto. Die Kneipe wurde versiegelt. Wenn die Spurensicherung in der Dünenheide fertig war, musste sie hier noch mal ran. Auch wenn Melanie bezweifelte, dass dies ein Tatort war. Sie suchte nach Indizien für eine Verbindung mit den Thomas‘ und dem Chinesen. Gleichzeitig würde sie einen Durchsuchungsbeschluss für das gesamte Haus bei der Staatsanwältin beantragen. Die Zeit war bereits fortgeschritten. In einer halben Stunde würde die Fähre in Vitte anlegen. Da sie die einzigen mit einem Auto waren, mussten sie Bades Job übernehmen, am Anleger die abfahrenden und ankommenden Leute beobachten und eventuell fotografieren. Diese Ein-Auto-Situation war unangenehm. Vielleicht konnte der Arzt ihnen seinen Wagen zur Verfügung stellen. Papa sollte da mal vorsichtig nachfühlen. Gerade als sie Papa anrufen wollte, klingelte das Telefon. Sie nahm das Gespräch an.
„Hallo, Frau Kriminalhauptkommissarin Veit“, meldete sich eine Stimme am anderen Ende der Leitung. „Fabian Meyerfeld ist mein Name. Ich rufe aus dem Innenministerium an.
Aha, dachte Melanie, jetzt war es so weit. Das BKA würde den Fall übernehmen. Sie war nicht überrascht. Ein wenig enttäuscht, traf es eher.
Melanie antwortete: „Hallo Herr Meyerfeld unbekannterweise. Womit kann ich Ihnen behilflich sein?“
„Ich wollte mich mal nach Ihrer Einschätzung bezüglich unseres Falles erkundigen. Sie wissen ja, wie das ist, ständig möchte jemand wissen, welche Fortschritte gemacht wurden, wo eventuelle Schwierigkeiten sind und ob wir Ihnen unter die Arme greifen können. Ich möchte mich da aber nicht nur auf die Berichte verlassen. Und dann noch die zweite Leiche. Das verstehen Sie doch – oder?“
„Natürlich verstehe ich alles“, sagte Melanie, „ich weiß nur nicht, ob mir das BKA da helfen kann. Wir kommen voran.“

Meyerfeld unterbrach sie: „Sie missverstehen mich. Ich bin nicht das BKA. Meine Aufgabe hier im Ministerium ist es, … mmhh wie soll ich es sagen, … ja, Situationen einzuschätzen und dann daraus Empfehlungen zu formulieren, auf deren Basis bestimmte Entscheidungen gefällt werden. Ob oder ob nicht das BKA eingeschaltet, oder, wie Sie es wahrscheinlich noch mehr ablehnen, Ihnen vorgesetzt wird. Das ist nur ein ganz kleiner Teil meiner Expertise.“
Melanie schluckte eine naheliegende Antwort hinunter. Typen wie dieser Meyerfeld hatten die Möglichkeit, ihr wegen eines falschen Zungenschlages die gesamte Karriere zu vermasseln. Das war es ihr nicht wert.
Sie fragte: „Okay, verstanden! Also was wollen Sie zu unserem Fall wissen?“ Wobei sie es nicht vermeiden konnte, das unsere deutlicher zu betonen.
Meyerfeld kam sofort zum Punkt: „Ich habe alle Berichte gelesen und ein paar eigene Nachforschungen angestellt. Auch in Kent, bei Interpol und wo man hier sonst noch so reinhören kann. Diesbezüglich habe ich keinen Aufklärungsbedarf. Mich interessiert Ihre persönliche Meinung. Oder, um es etwas unkonventioneller auszudrücken, Ihr Bauchgefühl.“
Melanie irritierte diese Frage: „Sie interessiert mein Bauchgefühl? Wusste gar nicht, dass man sich im Ministerium mit Gefühlen auskennt.“ Sie hatte sich am liebsten auf die Zunge gebissen.
Am anderen Ende gluckste Fabian Meyerfeld in den Hörer: „Nur zu, fahren Sie fort.“
Sie fasste einen Entschluss. Manchmal kam man mit Offenheit am weitesten.

„Zur Sache: Die ganze Angelegenheit ist nicht rund. Es gibt zu viel Chinesisches in diesem Fall: den Chinesen, den wir festgenommen haben, die Thomas‘ und deren Hobby, das ominöse Gift, das es eigentlich gar nicht geben darf, die sinophilen Hinrichs, der zweite Chinese, der mit Maren Hinrichs liiert zu sein scheint, der Sammelteller im Onkel Hendrick. Da sagt mir mein Bauchgefühl, das kann gar nicht sein. Ich glaube ja aus Prinzip nicht an Verschwörungen … aber dies hier sieht aus wie eine.“
Meyerfeld hakte nach: „Sie meinen, der Fall ist größer, als er scheint – ein Eisbergfall quasi?“
„Ja, so ungefähr. Wie gesagt, es ist wirklich nur ein Gefühl. Mir kommt es so vor, als wenn unter diesem Fall eine andere Geschichte verborgen ist. Ich meine, wir haben nach wie vor drei Theorien. Erstens: Die Triaden wollen ihren Hehler abservieren. Das eigentliche Motiv wäre zwar unbekannt, aber wahrscheinlich branchenspezifisch. Unterschlagung, Illoyalität und was in den Kreisen noch so zum Tod führt. Leider beeinträchtigt der zweite Mord diese schöne Theorie. Zweitens: Die Thomas‘ hatten Stress miteinander und sie brachte ihn um. Da habe ich bislang nicht ein Fitzelchen eines Beweises gefunden und auch da passt der zweite Mord nicht rein. Das war nach den Jahren zwar keine heiße Liebesehe mehr, aber Überdruss ist ein seltenes Motiv. Für Eifersucht oder Habgier gibt es keine relevanten Anhaltspunkte. Und dann die Theorie des irren dritten Mannes. Aber ehrlich gesagt, daran glaube ich nicht. Die steht nur im Bericht, damit wir behaupten können, wir ermittelten in alle Richtungen. Anders ausgedrückt, mir fehlen weitere Verdächtige und ein paar knackige Motive, die eventuell etwas mit der verborgenen Geschichte zu tun haben. Gleichzeitig sagt mir mein Bauchgefühl, dass der Cheung der Mörder von Reg Thomas ist. Wir haben es wahrscheinlich mit zwei Mördern zu tun, die beide das gleiche Tatwerkzeug nutzen“, endete Melanie.
„Verstehe“, sagte Fabian Meyerfeld, „Sie haben jetzt zwei Tote. Einer davon Ausländer und Verquickungen mit einem Drittland. Ich brauche da gar nicht mehr zu sagen. Nur so viel, manche im Ministerium tappern schon nervös durch die Gänge. Es liegt allen daran, dass wir die Geschichte schnell hinter uns bringen. Ich will Sie nicht drängen. Sie wissen am besten, was zu tun ist. Was ich Ihnen im Moment anbieten möchte, ist ein umfänglicherer Zugriff auf Ressourcen. Sie nutzen die Möglichkeiten der Rechtsmedizin in Rostock sehr intensiv … Wenn Sie der Meinung sind, nach Kent fahren zu müssen, machen Sie das. Denken Sie nicht an Reisekostenabrechnungen und ähnlich unnützes Zeugs. Lassen Sie diese Sachen hinter sich. Wenn Sie Leute brauchen, die Ihnen die Laufarbeit abnehmen, ein Anruf genügt. Das Gleiche betrifft Informationen aus den Datenbanken von Interpol und andere Diensten, ich kürze den Weg ab, wenn Sie was brauchen. Werfen Sie ihre Frage hier rein und ich kümmere mich drum – versprochen!“
Melanie hatte mit dieser Wendung des Gespräches nicht gerechnet. So ganz traute sie dem Braten nicht: „Sie sprachen anfangs die Möglichkeit an, dass mir jemand vor die Nase gesetzt werden könnte. Gibt es da eine Frist oder so?“

Meyerfeld antwortete: „Nein, es gibt keine Frist und es gibt auch keinen Plan, Ihnen das BKA vor die Nase zu setzen. Aber bevor Sie jetzt in Jubel ausbrechen, ich werde Ihnen zwar nicht reinreden, aber im Gegenzug möchte ich auf dem Laufenden bleiben. Oder um es etwas mehr auf den Punkt zu bringen, sowie etwas Wichtiges passiert, will ich umgehend informiert werden. Und zwar bevor der Bericht geschrieben wurde. Legen Sie meine Nummer auf Taste eins.“
„Alles klar. Das ist nur fair. Gut zu wissen, dass ich hier nicht alles umschmeißen muss. Ich geh dann mal wieder Mörder fangen?“, fragte Melanie.
„Nur zu“, sagte Meyerfeld, „erlegen Sie die Beute und bringen Sie mir das Fell, bevor es Frühling wird.“
Sie legte auf. Was für ein merkwürdiges Gespräch, dachte sie. In einer ihr unbekannten Hierarchie wurde sie plötzlich über das BKA gehoben. Sie hatte noch nie von einer solch absurden Situation gehört oder die Kollegen hielten bewusst ihre Klappe. Letztlich war sie froh über diese Wendung, doch verstärkte das Gespräch ihr Gefühl, dass mit diesem ganzen Fall etwas nicht stimmte.

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